Lesereihe Sechs:
Ein Leben zwischen den Klassen
Schlüsselwörter: Transfuges de Classe, Milieuwechsler, Aufsteiger, Klassenabtrünnige, Straddler.
Wo komme ich her? Wie gehe ich mit meiner Herkunftsscham um? Was passiert, wenn ich "Verrat" an meiner Klasse übe, indem ich aufsteige in eine "höhere" Schicht.
Das Motto der Lesereihe Sechs:
"Having been poor is no shame, but being ashamed of it, is"
Benjamin Franklin (1839–1898)
Buchprojekt Eins:
- Sei dabei: Präsenz-Lesetreff 10. November 2026 - Bürgerhaus Wersten | Das kulturelle Vieleck | Werstener Dorfstraße 90 | 40591 Düsseldorf
- Sei dabei: Online-Lesetreff 12. November 2026 - Anmeldung erforderlich. Anmeldeschluss 11. November 2026, 22:00 Uhr. Hinweise für die Teilnahme an der LiWe Online-Buchbesprechung.
Jahre mit Martha
Martin Kordić
Željko, der von allen "Jimmy" genannt wird, ist fünfzehn, als er sich in Martha verliebt. Sie ist Professorin in Heidelberg, er lebt mit seinen Eltern und Geschwistern zu fünft in einer Zweizimmerwohnung in Ludwigshafen. Martha hat, was Željko sich sehnlichst wünscht: Bücher, Bildung und Souveränität. Mit Martha besucht er zum ersten Mal ein Theater, sie spricht mit ihm, wie sonst niemand mit ihm spricht. Mit Marthas Liebe wächst Željkos Welt. Doch welche Welt ist es, die er da betritt und wen lässt er dafür zurück? Wo verlaufen die Grenzen zwischen Begehren und Ausbeutung?
- Taschenbuch, Erscheinungsdatum 27.09.2023
- 5. Auflage, Seitenzahl 288
Der Roman wurde LiWe zur Rezension vom Fischer Verlag, Frankfurt, zur Verfügung gestellt.
Martin Kordić
Bildrechte © Peter Hassiepen
Martin Kordić wurde 1983 in Celle geboren und wuchs in Mannheim auf. Er studierte in Hildesheim und Zagreb. Seit über zehn Jahren arbeitet er als Lektor in Buchverlagen, zunächst in Köln, heute in München. Für seinen Debütroman »Wie ich mir das Glück vorstelle« erhielt er den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis sowie die Alfred-Döblin-Medaille. 2022 erschien sein zweiter Roman »Jahre mit Martha«, für den er mit dem Tukan-Preis der Stadt München sowie dem Förderpreis des Bremer Literaturpreises 2023 ausgezeichnet wurde.
https://www.martinkordic.de/
Buchprojekt Zwei:
- Sei dabei: Präsenz-Lesetreff 08. Dezember 2026 - Bürgerhaus Wersten | Das kulturelle Vieleck | Werstener Dorfstraße 90 | 40591 Düsseldorf
- Sei dabei: Online-Lesetreff 10. Dezember 2026 - Anmeldung erforderlich. Anmeldeschluss 09. Dezember 2026, 22:00 Uhr. Hinweise für die Teilnahme an der LiWe Online-Buchbesprechung.
Streulicht
Die Ich-Erzählerin hat früh das Gefühl, weniger wert als andere zu sein. Als Tochter eines deutschen Fabrikarbeiters und einer türkischen Mutter scheint ihr ein unterprivilegiertes Leben „ganz unten“ vorherbestimmt. Doch gegen alle Widerstände gelingt ihr der soziale Aufstieg.
Die Ich-Erzählerin kehrt an ihren Heimatort in unmittelbarer Nähe des Industrieparks Hoechst zurück und erinnert sich in Rückblenden an ihre Familiengeschichte und ihren Weg vom Arbeiterkind zur Akademikerin.
Weitere Informationen, Lektüre Notizen in Vorbereitung.
Deniz Ohde
Foto © Börge Meyn/Suhrkamp Verlag.
Deniz Ohde wuchs in Frankfurt-Sindlingen in einem Arbeiterviertel auf. Sie zog 2011 nach Leipzig. Ihr Germanistikstudium schloss sie 2018 ab. Sie lebt weiterhin in Leipzig.
aspekte-Literaturpreis des ZDF 2020
Deutscher Buchpreis 2020 (Shortlist)
Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung 2020
Buchprojekt Drei:
- Sei dabei: Präsenz-Lesetreff 12. Januar 2026 - Bürgerhaus Wersten | Das kulturelle Vieleck | Werstener Dorfstraße 90 | 40591 Düsseldorf
- Sei dabei: Online-Lesetreff 14. Januar 2026 - Anmeldung erforderlich. Anmeldeschluss 13. Januar 2027, 22:00 Uhr. Hinweise für die Teilnahme an der LiWe Online-Buchbesprechung.
Anleitung ein anderer zu werden
Mit Mitte zwanzig hat er schon mehrere Leben hinter sich: Eine Kindheit in extremer Armut, die Scham über die eigene Herkunft, die Flucht vom Dorf in die Stadt, den Aufbruch nach Paris. Er macht sich frei von den Grenzen seiner Herkunft, nimmt einen neuen Namen an, liest und schreibt wie ein Besessener, probiert sich aus, will alle Leben leben. Immer neue Welten erschließen sich ihm. Mit unbändiger Energie erfindet er sich wieder und wieder, schließt Freundschaften und hinterfragt doch die radikale Selbstveränderung, die sich nie ganz vollendet.
Édouard Louis
Bildrechte © Christian Werner
Édouard Louis, am 30. Oktober 1992 als Eddy Bellegueule geboren, entstammt einfachen, schwierigen sozialen Verhältnissen und wuchs in der Ortschaft Hallencourt in der Picardie auf. Schon als Kind erfuhr er aufgrund von Homophobie immer wieder Diskriminierung und Gewalt, was ihn dazu bewegte, nach Amiens und später nach Paris zu ziehen und seinen Namen zu ändern. Dort studierte er als Schüler von Didier Eribon an den beiden Elitehochschulen École normale supérieure (ENS) und der École des hautes études en sciences sociales (EHESS) Soziologie und beschäftigte sich eingehend mit dem Werk des Soziologen Pierre Bourdieu, über den er ein Buch schrieb. Seinen ersten Roman widmete er Didier Eribon.
In seinem autofiktionalen Debütroman, Das Ende von Eddy (original: En finir avec Eddy Bellegueule), erzählt Louis vom Aufwachsen eines schwulen Jungen in der französischen Provinz und von seinen scheiternden Versuchen, sich an die Umgebung anzupassen. Das Buch wurde in Frankreich zum Bestseller und verkaufte sich bisher rund 200.000 Mal. 2017 wurde es von der Regisseurin Anne Fontaine unter dem Titel Marvin verfilmt.
Buchprojekt Vier:
- Sei dabei: Präsenz-Lesetreff 09. Februar 2026 - Bürgerhaus Wersten | Das kulturelle Vieleck | Werstener Dorfstraße 90 | 40591 Düsseldorf
- Sei dabei: Online-Lesetreff 11. Februar 2026 - Anmeldung erforderlich. Anmeldeschluss 10. Februar 2027 22:00 Uhr. Hinweise für die Teilnahme an der LiWe Online-Buchbesprechung.
Klassenbeste
Mit Mitte zwanzig hat er schon mehrere Leben hinter sich: Eine Kindheit in extremer Armut, die Scham über die eigene Herkunft, die Flucht vom Dorf in die Stadt, den Aufbruch nach Paris. Er macht sich frei von den Grenzen seiner Herkunft, nimmt einen neuen Namen an, liest und schreibt wie ein Besessener, probiert sich aus, will alle Leben leben. Immer neue Welten erschließen sich ihm. Mit unbändiger Energie erfindet er sich wieder und wieder, schließt Freundschaften und hinterfragt doch die radikale Selbstveränderung, die sich nie ganz vollendet.
Marlen Hobrack
Bildrechte © Marcus Engler
Marlen Hobrack, geboren 1986 in Bautzen, studierte Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaften und arbeitete zunächst in einer Unternehmensberatung. Seit 2016 schreibt sie hauptberuflich u.a. für der Freitag, Zeit Online, Die Welt und Der Spiegel. In ihren beiden Sachbüchern Klassenbeste und Erbgut verhandelt sie das Leben ihrer Mutter und Fragen nach sozialer Herkunft und Gerechtigkeit. 2023 debütierte sie mit Schrödingers Grrrl als Romanautorin. Für ihre Literaturkritik erhielt sie 2023 den Jörg‑Henle‑Preis. 2025 wurde sie mit dem Anna‑Seghers‑Preis für ihre literarische Auseinandersetzung mit Klassismus ausgezeichnet. Marlen Hobrack hat drei Kinder und lebt in Leipzig.