Geschichten über Außenseiter

 Motto: "Am interessantesten ist die Innenseite der Außenseiter." Jean Genet

Im Rahmen der letzten Veranstaltung über Außenseiter behandeln wir zwei Romane ("Quasi" und "Ich nannte ihn Krawatte")

 

  • Sei dabei: Lesetreff am 08. September 2026 | Buch Eins "QUASI" und Buch Zwei "ICH NANNTE IHN KRAWATTE" Bürgerhaus Wersten | Das kulturelle Vieleck | Werstener Dorfstraße 90 | 40591 Düsseldorf



 Moderation Horst G. Flämig 

Literatur in Wersten | Mein Lesekreis

projekt sechs | buch eins

QUASI

Sara Mesa

Quasi ist "quasi vierzehn" und schwänzt nicht zum ersten Mal die Schule. Ein Außenseiterroman, in dem vieles anders ist als es scheint. 

Quasi

Originaltitel: Cara de pan ("Brotgesicht")

Sara Mesa

Von außen ist das Versteck zwischen Büschen und Bäumen nicht zu sehen. Jeden Tag begegnen sich dort ein junges Mädchen und ein deutlich älterer Mann. Die magnetische Geschichte einer Beziehung, die nicht vorgesehen ist – und ein doppelbödiger Roman, in dem vieles anders ist, als es scheint.

Alles beginnt im Spätsommer, in einem Park. Als er plötzlich vor ihr steht, fühlt sie sich überrumpelt. Quasi ist »quasi vierzehn« und schwänzt nicht zum ersten Mal die Schule. Der Alte ist freundlich, schüchtern fast, gar nicht wie die anderen Männer, denen sie bisher begegnet ist. Am nächsten Tag kommt er wieder. Der Alte liebt nichts mehr als Vögel und die Musik von Nina Simone, arbeiten will er nicht. Quasi glaubt, allein zu sein in der Welt, die Gleichaltrigen sind ihr fern und fremd. Sie findet sich uninteressant, wäre gern abenteuerlustiger, vielleicht verführerischer. Den Alten scheint das nicht zu kümmern. Aber was steckt dann hinter den »falschen Verdächtigungen«, von denen er erzählt? Tage und Wochen vergehen so: redend und schweigend im Gebüsch, und zugleich wächst die Gefahr, entdeckt zu werden – von den Eltern, der Schulbehörde oder anderen Parkbesuchern. Quasi weiß, dass etwas passieren muss …

Format:

Broschur, 1. Auflage, 144 Seiten
Erscheinungsdatum: 22.02.2022


Der Roman wurde LiWe zur Rezension vom Klaus Wagenbach Verlag, Berlin, zur Verfügung gestellt. 

Textzitate:

„Alles beginnt im Spätsommer in einem Park. Als er plötzlich vor ihr steht, fühlt sie sich überrumpelt. Quasi ist 14 und schwänzt nicht zum ersten Mal die Schule.“

„Der Alte liebt nichts mehr als Vögel und die Musik von Nina Simone. Arbeiten will er nicht. Quasi glaubt er, allein in der Welt zu sein.“

„Sie findet sich uninteressant, wäre gern abenteuerlustiger, vielleicht verführerischer. Den Alten scheint das nicht zu kümmern.“

„Tag und Wochen vergehen so redend und schweigend im Gebüsch und zugleich wächst die Gefahr, entdeckt zu werden. [...] quasi weiß, dass etwas passieren muss.“ 

Sara Mesa

Bildrechte © Sonia Fraga 

Sara Mesa, 1976 geboren, gehört zu den meistgelesenen spanischen Autorinnen der Gegenwart. Sie hat mehrere preisgekrönte, von der Kritik gefeierte Romane, Erzählungsbände und Essays verfasst. Ihr Roman »Eine Liebe« wurde unter anderem von ›El País‹ zum besten Buch des Jahres gekürt und 2021 mit dem Preis des unabhängigen Buchhandels ausgezeichnet. »Die Familie« stand wochenlang auf der Bestsellerliste in Spanien. Sara Mesa lebt in Sevilla. 

Lektüre Notizen

horst g. flämig

Der Roman „Quasi“ von Sara Mesa erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen und heiklen Beziehung zwischen einem 14-jährigen Mädchen, das sich selbst „Quasi“ nennt, und einem deutlich älteren Mann. Ihre Begegnungen finden im Verborgenen statt, in einem Gebüsch in einem Park, wohin sich das Mädchen flüchtet, um die Schule zu schwänzen. Der Mann, von ihr nur „der Alte“ genannt, erscheint eines Tages und kehrt von da an täglich zurück. Zwischen den beiden entwickelt sich eine eigentümliche Verbindung, die hauptsächlich aus Gesprächen und gemeinsamem Schweigen besteht.

Quasi fühlt sich von ihren Altersgenossen entfremdet und in ihrer eigenen Welt isoliert. Sie wird wegen ihres Aussehens verspottet und leidet unter mangelndem Selbstwertgefühl. Der Alte, ein Vogelliebhaber und Fan von Nina Simone ( Nina Simone (bürgerlich Eunice Kathleen Waymon; * 21. Februar 1933 in Tryon, North Carolina, USA; † 21. April 2003 in Carry-le-Rouet, Frankreich) war eine US-amerikanische Jazz- und Bluessängerin, Pianistin, Songschreiberin und Bürgerrechtsaktivistin), der sich dem Arbeitsleben verweigert, scheint ihr ein Seelenverwandter zu sein. Er erzählt ihr von falschen Verdächtigungen, die gegen ihn im Raum stehen, was eine unterschwellige Bedrohung andeutet. Während ihre Treffen über Tage und Wochen andauern, wächst die Spannung und die ständige Gefahr, von Eltern, der Schule oder anderen Parkbesuchern entdeckt zu werden. Quasi wird klar, dass ihre Situation nicht von Dauer sein kann und eine Veränderung unausweichlich ist. Der Roman ist eine doppelbödige Erzählung, die bewusst mit den Erwartungen und Vorurteilen des Lesenden spielt und in der vieles anders ist, als es auf den ersten Blick scheint.

Struktur

Die Erzählung beginnt in medias res mit den bereits etablierten Treffen im Park. Sie folgt einer chronologischen Handlung, die sich über mehrere Tage und Wochen im Spätsommer erstreckt. Die Handlung konzentriert sich fast ausschließlich auf die Dialoge und die Interaktion der beiden Hauptfiguren in ihrem Versteck. Die Spannung wird dabei nicht durch äußere Action, sondern durch die psychologische Entwicklung der Beziehung und die wachsende Gefahr der Entdeckung aufgebaut. Mesa nutzt eine präzise und zurückhaltende Sprache, um eine dichte, fast klaustrophobische Atmosphäre zu schaffen, die den Leser tief in die Gedankenwelt der Protagonisten zieht. Vieles bleibt unausgesprochen. Die Leserinnen und Leser  müssen die Figuren und Motive selbst deuten. Der Roman wirkt beinahe wie ein Kammerspiel.

Protagonisten
Beide Hauptfiguren stehen außerhalb gesellschaftlicher Normen, Die gemeinsame Fremdheit macht ihre Begegnung möglich.

Quasi: 

Ein 14-jähriges Mädchen, das sich selbst diesen Namen gibt. Sie ist eine Außenseiterin, die sich von Gleichaltrigen unverstanden fühlt und die Schule schwänzt. Sie empfindet sich selbst als uninteressant und sehnt sich danach, abenteuerlustiger oder gar verführerischer zu sein. In der Beziehung zum „Alten“ sucht sie nach einer Form von Verständnis und Zugehörigkeit, die sie in ihrer alltäglichen Welt nicht findet.

Der Alte: 

Ein älterer Mann, dessen genaue Identität im Dunkeln bleibt. Er wird als schüchtern, freundlich und unkonventionell beschrieben. Seine Leidenschaften sind Vögel und die Musik von Nina Simone. Er hat sich bewusst gegen ein konventionelles Arbeitsleben entschieden. Seine Andeutungen über „falsche Verdächtigungen“ verleihen seiner Figur eine ambivalente und geheimnisvolle Aura, die den Lesenden verunsichert.

Resümee 


„Quasi“ von Sara Mesa ist ein fesselnder und psychologisch tiefgründiger Roman über die verbotene Freundschaft zwischen einem Teenager-Mädchen und einem älteren Mann. In einem abgeschiedenen Versteck im Park entwickeln die beiden Außenseiter eine Beziehung, die auf Gesprächen, gemeinsamem Schweigen und einem Gefühl der Seelenverwandtschaft beruht. 
Mesa erforscht meisterhaft Themen wie Einsamkeit, soziale Ausgrenzung und die Ambiguität menschlicher Beziehungen. Indem sie bewusst die Erwartungen des Lesenden im Hinblick auf eine solche Konstellation unterläuft, schafft sie eine permanente Spannung und zwingt zur Reflexion über Vorurteile und die wahre Natur von Nähe und Gefahr. Die Geschichte steuert unaufhaltsam auf einen Punkt zu, an dem die verborgene Welt der Protagonisten mit der Realität kollidieren muss.

Sara Mesa gelingt mit „Quasi“ ein literarisches Meisterstück. Ein leiser, aber eindringlicher Roman über Einsamkeit, Vorurteile und die Schwierigkeit, Menschen jenseits gesellschaftlicher Schablonen wahrzunehmen. Er besticht durch seine präzise, unaufgeregte Sprache, die eine enorme psychologische Tiefe und eine subtile, aber packende Spannung erzeugt. Die Stärke des Werks liegt in seiner Vieldeutigkeit. Mesa verurteilt nicht, sondern beobachtet und überlässt es dem Leser, die Leerstellen zu füllen und sich ein eigenes Urteil zu bilden. Die Charakterzeichnung ist brillant; sowohl Quasi als auch der Alte sind komplexe, authentische Figuren, deren Motive und Gefühle nie vollständig greifbar sind.

„Quasi“ ist ein mutiger, doppelbödiger und herausfordernder Roman, der lange nachwirkt und seine Leser dazu anregt, über die komplexen Grauzonen menschlicher Verbindungen nachzudenken. 

Mesas größte Leistung besteht darin, die Erwartungen der Leserinnen und Leser gezielt herauszufordern. Schon die Ausgangssituation löst Misstrauen aus: ein junges Mädchen und ein älterer Mann treffen sich heimlich im Park. Die Autorin spielt bewusst mit diesen Befürchtungen und zeigt gleichzeitig, wie schnell Menschen bereit sind, komplexe Situationen in einfache Muster von Täter und Opfer zu pressen. Zwei einsame Menschen versuchen, füreinander einen Raum des Verständnisses zu schaffen - und sie erleben wie wenig Platz die Gesellschaft für solche ungewöhnlichen Beziehungen lässt.

Ein absolut empfehlenswertes Buch für alle, die anspruchsvolle und psychologisch nuancierte Literatur schätzen. Einer der bemerkenswertesten spanischen Romane der letzten Jahre.

Vergleiche mit anderen literarischen Werken:
Die Konstellation einer heiklen Beziehung zwischen einem jungen Mädchen und einem älteren Mann erinnert unweigerlich an Vladimir Nabokovs „Lolita“. Sara Mesa spielt bewusst mit dieser Assoziation, unterläuft sie jedoch konsequent. Während bei Nabokov die sexuelle Obsession im Zentrum steht, bleibt die Natur der Beziehung in „Quasi“ vieldeutig und subtiler. Die Erzählung konzentriert sich auf die emotionale und psychologische Ebene, auf Einsamkeit und die Suche nach Verbindung, und lässt die Frage nach der physischen Komponente bewusst offen. Die klaustrophobische und psychologisch dichte Atmosphäre kann zudem Parallelen zu Kammerspielen oder existentialistischen Werken aufweisen, in denen die Figuren auf engstem Raum miteinander konfrontiert sind.
 



 

Bewertung: ★★★★★ (5/5 Sterne) 

projekt sechs | buch zwei

ICH NANNTE IHN KRAWATTE

 Milena Michiko Flašar 

Entdecke die bewegende Geschichte von zwei Außenseitern: Ein Hikikomori und ein Salaryman finden zueinander.


Ich nannte ihn Krawatte

 Milena Michiko Flašar 

Ist es Zufall oder eine Entscheidung? Auf einer Parkbank begegnen sich zwei Menschen. Der eine alt, der andere jung, zwei aus dem Rahmen Gefallene. Nach und nach erzählen sie einander ihr Leben und setzen behutsam wieder einen Fuß auf die Erde.

Nur wenige sorgfältig gewählte Worte benötigt Milena Michiko Flašar, um ihre Figuren zum Leben zu erwecken, nur wenige Szenen, um ganze Schicksale zu erzählen. Ein junger Mann verlässt sein Zimmer, in dem er offenbar lange Zeit eingeschlossen war, tastet sich durch eine fremde Welt. Eine Bank im Park wird ihm Zuflucht und Behausung, dort öffnet er die Augen, beginnt zu sprechen und teilt mit einem wildfremden Menschen seine Erinnerungen. Der andere ist viele Jahre älter, ein im Büro angestellter Salaryman wie Tausende. Er erzählt seinerseits, über Tage und Wochen hinweg, Szenen eines Lebens voller Furcht und Ohnmacht, Hoffnung und Glück. Beide sind Außenseiter, die dem Leistungsdruck nicht standhalten, die allein in der Verweigerung aktiv werden. Aus der Erfahrung, dass Zuneigung in Nahrung verpackt, Trauer im Lachen verborgen werden kann und Freundschaften möglich sind, stärken sie sich für einen endgültigen Abschied und einen Anfang.

Format:

Broschur, 144 Seiten, 7. Auflage
Erscheinungsdatum:
24.09.2022


Der Roman wurde LiWe zur Rezension vom Klaus Wagenbach Verlag, Berlin, zur Verfügung gestellt. 

Milena Michiko Flašar 

 Bildrechte © Helmut Wimmer 2022 

 Milena Michiko Flašar, geboren 1980 in St. Pölten, hat in Wien und Berlin Germanistik und Romanistik studiert. Sie ist die Tochter einer japanischen Mutter und eines österreichischen Vaters. Ihr Roman Ich nannte ihn Krawatte wurde über 100.000 Mal verkauft, als Theaterstück am Maxim Gorki Theater uraufgeführt und mehrfach ausgezeichnet. Er stand unter anderem 2012 auf der Longlist des Deutschen Buchpreises und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Wien. 

REZENSION IN VORBEREITUNG

Das Herz sitzt links - Dokumentation über den Verleger Klaus Wagenbach.

(* 11. Juli 1930 in Berlin-Tegel; † 17. Dezember 2021 in Berlin) 

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Klaus Wagenbach war der zweite Sohn des promovierten Geschäftsführers des Bundes Deutscher Bodenreformer, Bankangestellten und späteren CDU-Politikers Joseph Wagenbach (unter anderem Landrat) und dessen Frau Margarete Wagenbach, geborene Weißbäcker, einer Telefonistin.

Wagenbach machte 1949 Abitur und absolvierte ab demselben Jahr eine Buchhandelslehre in den Verlagen Suhrkamp und S. Fischer. Sein Lehrmeister und Herstellungsleiter Fritz Hirschmann im S. Fischer Verlag machte ihn mit der Literatur von Franz Kafka bekannt und weckte sein lebenslang anhaltendes Interesse für diesen Autor. Ab 1951, dem Jahr seines Buchhändlerexamens, studierte er Germanistik, Kunstgeschichte und Archäologie an der Universität Frankfurt und wurde 1957 bei Josef Kunz über Franz Kafka promoviert. Danach wurde Klaus Wagenbach von 1958 bis 1959 Lektor im Modernen Buchclub Darmstadt, ab Ende 1959 Lektor für Deutsche Literatur im S. Fischer Verlag in Frankfurt am Main. Nachdem dieser von Holtzbrinck aufgekauft und Wagenbach entlassen worden war, gründete er in Berlin 1964 seinen eigenen Verlag Klaus Wagenbach, der sich die Prinzipien „Geschichtsbewusstsein, Anarchie, Hedonismus“ zum Ziel setzte und von 1970 bis 1973 als Kollektiv organisiert war.

Er wurde in den 1960er Jahren zu einer bekannten Persönlichkeit der Außerparlamentarischen Opposition (APO) und der Studentenbewegung. Nachdem er 1965 als Verleger von Wolf Biermann die persönlich vorgetragene Forderung des späteren DDR-Vize-Kulturministers Klaus Höpcke abgelehnt hatte, keine weiteren Auflagen des Buches Drahtharfe von Biermann zu drucken, erhielt Wagenbach ein Lizenz-, Ein- und Durchreise-Verbot für die DDR, das bis 1972 (Ostverträge, Transitabkommen) andauerte.
Wagenbach setzte 1970 den fingierten Buchvertrag auf, der eine der Voraussetzungen für die gewaltsame Befreiung von Andreas Baader aus der Haft war; unter Hinweis auf ein angebliches Buchprojekt wurde ein Treffen mit Ulrike Meinhof außerhalb der Haftanstalt gestattet, bei dem Andreas Baader die Flucht gelang. Wagenbach erhielt neun Monate auf Bewährung.

Der Rotbuch Verlag spaltete sich 1973 ab. Bei mehreren Strafprozessen wurde Wagenbach durch den damaligen Berliner Anwalt Otto Schily verteidigt. Er wurde 1974, unter anderem wegen der Veröffentlichung eines RAF-Manifests, zu neun Monaten Gefängnis, auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt, verurteilt wegen „Aufforderung zur Bildung einer kriminellen Vereinigung, zur erschwerten und einfachen Sachbeschädigung, zum Diebstahl, zur Körperverletzung sowie zum Hausfriedensbruch“. 1975 wurde er wegen Beleidigung und übler Nachrede zu einer Geldstrafe von 1800 DM verurteilt, weil er die Ermordung Benno Ohnesorgs durch den Polizisten Karl-Heinz Kurras sowie die Erschießung des Georg von Rauch als „Mord“ bezeichnet hatte. Wagenbach hielt im März 1972 für seinen engen Freund, den italienischen Verleger Giangiacomo Feltrinelli, die Grabrede; am 15. Mai 1976 sprach er am Grab von Ulrike Meinhof.

1989 gehörte er zu den Initiatoren des Artikel 19 Verlag, ein Gemeinschaftsverlag, der Die satanischen Verse von Salman Rushdie in deutscher Übersetzung herausbrachte.
Als Verleger veröffentlichte er u. a. Liebesgedichte von Erich Fried und hunderte von Büchern aus und über Italien. Er erhielt eine Honorarprofessur für Neuere deutsche Literatur an der Freien Universität Berlin und war Kafka-Spezialist. Viele Jahre trug er selbstironisch den Ehrentitel „Kafkas dienstälteste, lebende Witwe“, da er neben seiner Forschung auch die weltweit größte Sammlung an Fotografien zu Kafka aufweisen konnte. Im Jahr 2002 übergab er die Verlagsleitung an seine Frau Susanne Schüssler. Ab 2010 zog er sich auch mehr und mehr von der Lektoratsarbeit im Verlag zurück. Er war seit 1969 Mitglied im PEN-Zentrum BRD.

Er starb im Dezember 2021 im Alter von 91 Jahren in Berlin. Im April 2022 wurde er in der Gemeinde Torrita di Siena beigesetzt.

Quelle: Wikipedia