café de BALZAC
Im café de Balzac begegnest du immer wieder inspirierenden Autorinnen und Autoren. Schau einfach hin und wieder mal auf einen Kaffee vorbei.
Das virtuelle Café des Werstener Lese- und Gesprächskreises trägt den Namen eines vor 175 Jahren verstorbenen Riesen des Literaturgeschichte. Er liebte heftig, verprasste sein Geld, war ständig verschuldet, produzierte unermüdlich große und kleine Literatur und trank Unmengen Kaffee. Ohne Kaffee, 50 Tassen am Tag, war er ideenlos und kraftlos. Er starb mit 51 Jahren. Nach Ansicht seiner Ärzte vergiftete der exzessive Kaffeekonsum seinen Körper.
Mit „Dichter im Café“ entführte der Schriftsteller Hermann Kesten (1900 bis 1996) die deutschen Leser 1959 in die Welt der Kaffeehäuser, die er gemeinsam mit Jean-Paul Sartre, Simone de Beauvoir, Anna Seghers und Irmgard Keun mit Leben erfüllte.. Das Kaffeehaus definiert Kesten als einen „Wartesaal der Poesie“. Er galt als homme de lettres und unterstützte als viel Älterer die jungen, kritischen Autoren, vor allem der Gruppe 47.
Die Kaffeehäuser sind die Wohn- und Arbeitszimmer der Schriftsteller*innen. Manche haben es zur Legende, zum Mythos gebracht: in Paris das de Flore, les Deux Magots, la Rotonde, de la Paix; in Wien das Hawelka, Central, den Herrenhof oder das Griensteidl; in Budapest das Gerbeaud, Eckermann oder Ruszwurm.
Johannes Willms
(* 25. Mai 1948 in Würzburg; † 11. Juli 2022 in München)
Foto: © Evelyn Schels
Johannes Willms war Historiker und Journalist. Er leitete die Redaktion ›aspekte‹ beim ZDF und war Feuilletonchef der ›Süddeutschen Zeitung‹, für die er später als Kulturkorrespondent aus Paris berichtete.
MOPSA STERNHEIM
Foto © Thomas Ehrsam
Mopsa Sternheim (1905-1954), geboren als Dorothea Sternheim, Tochter von Carl und Thea Sternheim, war Bühnenbildnerin und Schriftstellerin. Sie war mit Klaus und Erika Mann, Annemarie Schwarzenbach und Pamela Wedekind befreundet. 1933 ging sie nach Paris ins Exil und schloss sich dort der Résistance an. 1943 wurde sie verhaftet und in verschiedenen Konzentrationslagern, u. a. in Ravensbrück, interniert.
DIDIER ERIBON
Foto © Pascal Ito (c) Flammarion
Didier Eribon (* 10. Juli 1953 in Reims) ist ein französischer Journalist, Autor, Soziologe und Philosoph. Seine Mutter arbeitete als Putzfrau, der Vater war Fabrikarbeiter. In seiner Familie wählten alle, so erzählt er später, zunächst die Kommunistische Partei. In seinem viel beachteten autobiografischen Werk „Rückkehr nach Reims“ aus dem Jahr 2009 (auf Deutsch 2016 im Suhrkamp Verlag erschienen) erinnert er sich an Reims „als Stadt der Beleidigung“ und an seine dortige Existenz als die eines Arbeiterkindes, das seine Homosexualität entdeckte und deshalb geschmäht wurde.
AZAR NAFISI
(* 1910 ; † 1985).
Foto: © Ehlert/Merlin Verlag
Azar Nafisi (geb. 1955 in Teheran, Iran) ist eine iranisch-US-amerikanische Hochschulprofessorin und Schriftstellerin, die sich für Frauen- und Menschenrechte in muslimischen Kulturen engagiert.
JEAN GENET
(* 1910 ; † 1985).
Foto: © Ehlert/Merlin Verlag
Romanautor | Dramatiker | Dichter | Deserteur | Passfälscher | Bücherdieb | Landstreicher
Seit einigen Jahren erfährt Jean Genets literarisches Werk durch die Rezeption insbesondere zeitgenössischer Musiker wie David Bowie, Patti Smith und Héloïse Letissier eine neue Aufmerksamkeit.
SIBILLA ALERAMO
(* 1876; † 1960)
Foto © unknown, Eisele Verlag
Sibilla Aleramo gilt als bedeutende Wegbereiterin des Feminismus in Italien. In einem berührenden Buch erzählt sie kaum verhüllt ihre Lebensgeschichte.
BORIS LURIE
(* 1924 ; † 2008).
Foto: © Lida Moser. / Boris Lurie Art Foundation
Boris Lurie und seine radikale künstlerische Auseinandersetzung mit dem 20. Jahrhundert.
"Haus von Anita". Eine Lektüre, die erlitten und nicht genossen werden will. Eine Lektüre, die jedes Maß an Vorstellungskraft übertrifft.
PATTI SMITH
(*1946)
Foto: © Steven Sebring
Lyrikerin, Schriftstellerin, Punk-Ikone und Rockmusikerin, Singer-Songwriterin, Fotografin und Malerin.
NEU: Das Memoir der Punkrock-Ikone Patti Smith - Bread of Angels
»Damit das Mögliche entsteht, muß immer wieder das Unmögliche versucht werden.«
Franz Kafka
Aus »Die Zürauer Aphorismen«, 1917/1918