LiWe - Exkurs /  SCHWEIGEN von Shūsaku Endō 

Japanische Theodizee 

 Wenn Gott das Leid verhindern kann (Allmacht) und will (Güte), warum existiert es dann? 

  • Präsenz-Lesetreff 13. Oktober 2026, 19:00 bis 20:30 Uhr: Bürgerhaus Wersten | Das kulturelle Vieleck | Werstener Dorfstraße 90 | 40591 Düsseldorf
  • Online-Lesetreff 15. Oktober 2026, 18:30 bis 19:30 Uhr: Anmeldung erforderlich. Melde dich bis zum 14. Oktober 2026, 22:00 Uhr für den Online-Lesetreff an. Hinweise für die Teilnahme an der LiWe Online-Buchbesprechung.
Literatur in Wersten | Mein Lesekreis

Der historische Roman "SCHWEIGEN" spielt im Japan des 17. Jahrhunderts, einer Zeit brutaler Christenverfolgung. Das essenzielle Leitmotiv ist das namensgebende „Schweigen“ Gottes angesichts des menschlichen Leidens. 

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SCHWEIGEN

Shūsaku Endō 

 Schweigen ist der wichtigste Roman des gefeierten japanischen Autors Shūsaku Endō. Er verursachte nach seiner Veröffentlichung im Jahr 1966 eine große Kontroverse in Japan.

Shūsaku Endō, ein japanischer Katholik, erzählt die Geschichte zweier portugiesischer Missionare, die im siebzehnten Jahrhundert in Japan versuchen, die dortige unterdrückte christliche Bewegung zu unterstützen. 1638 bricht Pater Sebastião Rodrigues nach Japan auf, um der Wahrheit hinter den undenkbaren Gerüchten, dass sein berühmter Lehrer Ferreira seinem Glauben abgeschworen habe, nachzugehen. Nach seiner Ankunft erlebt er die brutale und unmenschliche Verfolgung der Christen. Angesichts der Ereignisse in einer Gesellschaft, die keine Toleranz kennt und in der der Tod an der Tagesordung ist, stellt der Autor die immerwährende Frage: 

Wie kann Gott zu all dem schweigen? 

Das Werk wurde mit dem Tanizaki-Jun’ichirō-Preis ausgezeichnet, vielfach übersetzt und mehrmals verfilmt. 
 

Der Roman wurde LiWe zur Rezension vom SEPTIME Verlag, Wien, zur Verfügung gestellt. 

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Shusaku Endo

Foto © Septime Verlag, Wien

(1923–1996) studierte französische Literatur in Japan und katholische Literatur in Frankreich. Er gilt in Japan als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Schriftsteller und erhielt u. a. den »Akutagawa-Preis«, den wichtigsten japanischen Literaturpreis. Seine Hauptwerke sind die Romane Schweigen, Samurai und Skandal. Letzteres erscheint 2017 ebenfalls bei Septime.

LEKTÜRE NOTIZ

horst g. flämig

 "Schweigen" (Chinmoku) von Shūsaku Endō. Ein kontroverses Meisterwerk der japanischen Literatur.

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Schweigen (Originaltitel: 沈黙, Chinmoku), veröffentlicht im Jahr 1966, ist unbestritten der bedeutendste Roman des gefeierten japanischen Autors Shūsaku Endō (1923–1996). Als Werk eines bekennenden japanischen Katholiken löste das Buch bei seiner Veröffentlichung in Japan eine heftige Kontroverse aus und fordert bis heute Leser weltweit heraus. Es ist weit mehr als ein historischer Roman; es ist eine tiefgründige theologische und philosophische Meditation über die Natur des Glaubens, die Grenzen menschlicher Stärke und die quälende Frage nach der göttlichen Gegenwart angesichts unermesslichen Leids.

Endō selbst beschrieb sein literarisches Schaffen als den Versuch, den "Anzug", den ihm der westliche Katholizismus übergestreift hatte, so anzupassen, dass er einem Japaner passt. Schweigen ist der kraftvollste Ausdruck dieses Ringens. Der Roman taucht in eine der brutalsten Epochen der japanischen Geschichte ein, die Christenverfolgung im 17. Jahrhundert, um eine universelle Frage zu stellen, die jede Generation aufs Neue beschäftigt: 

"Wie kann ein allmächtiger und gütiger Gott angesichts der grausamen Realität menschlichen Leidens schweigen?"

1. Historischer Kontext: Das "christliche Jahrhundert" in Japan.

Um die volle Wucht von Endōs Roman zu verstehen, ist ein Blick auf den historischen Hintergrund unerlässlich. Die Ankunft des Jesuitenmissionars Franz Xaver im Jahr 1549 markierte den Beginn des sogenannten "christlichen Jahrhunderts" in Japan. Die Missionare, vor allem Jesuiten und später Franziskaner, waren zunächst erfolgreich. Sie konvertierten Schätzungen zufolge bis zu 300.000 Japaner, darunter auch einige einflussreiche Daimyō (Feudalherren). Dieser Erfolg war jedoch von kurzer Dauer. Die japanischen Herrscher, insbesondere Toyotomi Hideyoshi und später das Tokugawa-Shogunat, sahen im Christentum eine potenzielle Bedrohung für ihre politische Autorität und die soziale Stabilität Japans. Sie befürchteten, die Missionare seien die Vorhut einer europäischen Kolonialisierung, ähnlich wie sie es in anderen Teilen Asiens beobachtet hatten.

Ab dem späten 16. Jahrhundert begann eine systematische und zunehmend brutale Verfolgung:

  • 1597: Die 26 Märtyrer von Nagasaki (eine Gruppe von europäischen Franziskanern und japanischen Christen) wurden als öffentliche Abschreckung gekreuzigt.
  • 1614: Das Tokugawa-Shogunat erließ ein landesweites Verbot des Christentums.
  • 1637–1638: Der Shimabara-Aufstand, eine Rebellion von überwiegend christlichen Bauern, wurde blutig niedergeschlagen. Dies führte zu einer radikalen Verschärfung der Verfolgung und zur fast vollständigen Auslöschung des sichtbaren Christentums in Japan.

Die Behörden entwickelten grausame Methoden, um Christen zum Glaubensabfall (Apostasie) zu zwingen. Die bekannteste Methode war das Fumi-e (踏み絵, "Tret-Bild"), eine Plakette mit einem Christus- oder Marienbild, auf die Verdächtige treten mussten, um zu beweisen, dass sie keine Christen sind. Wer sich weigerte, wurde gefoltert und oft hingerichtet. Die Foltermethoden, wie die "Grubenfolter" (懸吊るし, Anatsurushi), bei der Opfer kopfüber in eine mit Exkrementen gefüllte Grube gehängt wurden, waren darauf ausgelegt, maximales Leid zu verursachen und den Willen zu brechen, ohne einen schnellen Märtyrertod zu gewähren.

In dieser von Misstrauen, Verrat und unvorstellbarer Grausamkeit geprägten Welt landen die Protagonisten von „Schweigen“.
 

2. Inhaltsangabe und Figurenanalyse

2.1 Die Mission: Suche nach Wahrheit und dem verlorenen Lehrer.

Im Jahr 1638, kurz nach der Niederschlagung des Shimabara-Aufstands, reisen die jungen portugiesischen Jesuitenpater Sebastião Rodrigues und Francisco Garrpe heimlich nach Japan. Ihr offizielles Ziel ist es, die verbliebenen, im Untergrund lebenden christlichen Gemeinden (Kakure Kirishitan, "versteckte Christen") zu unterstützen und seelsorgerisch zu betreuen. Doch ihre Reise ist auch von einer tief persönlichen Motivation angetrieben: Sie wollen die Wahrheit hinter den schockierenden Gerüchten aufdecken, dass ihr hochverehrter Lehrer und Mentor, Pater Cristóvão Ferreira, nach Folter der Apostasie schuldig geworden sei – er habe seinem Glauben abgeschworen. Für Rodrigues ist dieser Gedanke unvorstellbar und eine theologische Unmöglichkeit. 


Ferreira, eine reale historische Figur, war ein hochrangiger Jesuit in Japan, dessen vermeintlicher Verrat eine existenzielle Krise für die Mission in Europa darstellte.

2.2 Ankunft in der Hölle: Konfrontation mit der Realität.

Nach ihrer Ankunft in Japan mit Hilfe des zwielichtigen, versoffenen und moralisch ambivalenten Führers Kichijirō – einer Figur, die an Judas Iskariot erinnert und Rodrigues durch den gesamten Roman begleiten wird – erleben die Priester die brutale Realität der Verfolgung. Sie finden Unterschlupf bei armen Bauerngemeinden, deren Glaube einfach, aber von unerschütterlicher Tiefe ist. Diese japanischen Christen riskieren alles – ihr Leben und das ihrer Familien –, um die Priester zu verstecken und die Sakramente zu empfangen.

Rodrigues wird Zeuge unvorstellbarer Grausamkeiten. Er sieht, wie unschuldige Bauern für ihren Glauben gefoltert und hingerichtet werden. Die japanischen Behörden, angeführt vom gerissenen und philosophisch gebildeten Inquisitor Inoue, verfolgen eine perfide Strategie: Sie foltern nicht die Priester direkt, sondern die japanischen Gläubigen vor deren Augen. 

Die Botschaft ist klar: "Dein Festhalten am Glauben verursacht das Leid dieser Menschen. Schwöre ab, und sie werden freigelassen."

2.3 Das Ringen mit dem Schweigen Gottes.

Diese psychologische Folter treibt Rodrigues an den Rand des Zusammenbruchs. Seine Gebete scheinen unbeantwortet zu bleiben. Der Himmel ist leer, und Gott schweigt. Dieses Schweigen wird zur zentralen Metapher des Romans. Rodrigues' idealisierter, heroischer Glaube, der auf dem Konzept des glorreichen Martyriums basiert, zerbricht an der Realität des sinnlosen, stillen Leidens. Er fragt sich:

  • Ist das Martyrium dieser einfachen Bauern wirklich glorreich oder nur grausam und vergeblich?
  • Warum lässt Gott zu, dass die Treuesten auf die schrecklichste Weise leiden?
  • Ist sein eigener priesterlicher Stolz wichtiger als das Leben derer, denen er dienen soll?


Der Roman stellt die immerwährende Frage: Wie kann Gott zu all dem schweigen? 

Rodrigues' innerer Monolog, der in Form von Briefen an seine Ordensoberen verfasst ist, wird zu einem verzweifelten Dialog mit einem abwesenden Gott. Er vergleicht sein eigenes Leid mit dem von Christus am Kreuz, aber im Gegensatz zu Christus hört er keine tröstende Stimme.
 

2.4 Die Klimax: Die Stimme im Schweigen

Schließlich wird Rodrigues gefangen genommen und mit seinem ehemaligen Lehrer Ferreira konfrontiert. Ferreira, der nun einen japanischen Namen trägt und für die Behörden arbeitet, erklärt Rodrigues seine Kapitulation. Er argumentiert, dass Japan ein "Sumpf" sei, in dem das Christentum keine Wurzeln schlagen könne. Der Gott, den die Japaner verehren, sei nicht der Gott der westlichen Kirche, sondern eine verzerrte, an ihre eigene Kultur angepasste Version.

Die endgültige Prüfung für Rodrigues kommt, als er gezwungen wird, mit anzuhören, wie japanische Christen, die bereits ihrem Glauben abgeschworen haben, in der Grube gefoltert werden. Ihr Stöhnen wird ihm unerträglich. In diesem Moment der tiefsten Verzweiflung tritt er auf das Fumi-e, jap. 踏み絵; wörtlich „Tret-Bild“. 

Und genau in diesem Akt der äußersten Demütigung und des scheinbaren Verrats bricht das Schweigen Gottes. Rodrigues hört eine Stimme – ob real oder eingebildet, lässt der Roman offen –, die ihm sagt: "Tritt nur! Tritt nur! Dein Schmerz ist mein Schmerz. Ich bin nicht gekommen, um zu triumphieren, sondern um das Leid mit euch zu teilen. Darum bin ich hier."

Diese paradoxe Offenbarung stellt die traditionelle Theologie auf den Kopf. Der Glaube manifestiert sich nicht im heroischen Widerstand, sondern im Akt der Nächstenliebe, der bis zur Selbstaufgabe und zum Verrat an den eigenen Idealen geht. Rodrigues verliert seinen Glauben als Priester, findet aber, so argumentiert der Roman, einen tieferen, persönlicheren Glauben in der Nachfolge eines mitleidenden, nicht eines triumphierenden Christus. 


3. Rezension und Thematische Vertiefung

Schweigen ist ein forderndes und oft schmerzhaftes Buch. Endō verweigert dem Leser einfache Antworten und opportonistische theologische Lösungen. Stattdessen zwingt er uns, uns gemeinsam mit Rodrigues den schwierigsten Fragen des Glaubens zu stellen.

3.1 Glaube versus Religion

Der Roman zieht eine scharfe Linie zwischen dem institutionalisierten Glauben (der Religion mit ihren Dogmen, Ritualen und ihrer Theologie) und dem persönlichen, existenziellen Glauben. Rodrigues' Glaube ist anfangs stark von den Strukturen der europäischen Kirche geprägt. Er scheitert, als er versucht, dieses starre Gerüst auf eine Realität anzuwenden, die es nicht tragen kann. Seine Apostasie ist ein Verrat an der Institution Kirche, aber vielleicht – und das ist Endōs provokante These – kein Verrat an Christus selbst. Der Christus, der am Ende zu ihm spricht, ist nicht der glorreiche König der Kirche, sondern der leidende Gefährte der Schwachen und Verräter.

3.2 Die Metapher des "Sumpfes"

Ferreiras Behauptung, Japan sei ein "Sumpf", in dem fremde Religionen entweder absterben oder zu etwas völlig anderem mutieren, ist eine zentrale und viel diskutierte Metapher. Sie wirft Fragen zur Inkulturation auf: Kann das Christentum seine westlich-kulturelle Prägung ablegen und in einer radikal anderen Kultur authentisch gelebt werden? Oder ist es untrennbar mit seinem europäischen Erbe verbunden? Endō selbst, als japanischer Katholik, war zutiefst mit dieser Frage beschäftigt. Der Roman legt nahe, dass der Versuch, eine Religion unverändert zu transplantieren, zum Scheitern verurteilt ist und zu Leid führt.

3.3 Kichijirō: Die Figur des Verräters und der menschlichen Schwäche

Die Figur des Kichijirō ist vielleicht die komplexeste und menschlichste des Romans. Er ist ein wiederholter Verräter, der Rodrigues und andere Christen aus Feigheit und für Geld an die Behörden ausliefert. Doch er kehrt immer wieder zu Rodrigues zurück, um zu beichten und Vergebung zu erbitten. Er verkörpert die unauflösbare Spannung zwischen dem Wunsch, treu zu sein, und der Realität menschlicher Schwäche. Während die Starken das Martyrium wählen, müssen die Schwachen wie Kichijirō mit der Schande des Verrats und der ständigen Notwendigkeit der Vergebung leben. Endō scheint zu suggerieren, dass Gott gerade für diese schwachen, fehlerhaften Menschen eine besondere Form der Gnade bereithält.

4. Resümee und Nachwirkung

„Schweigen“ von Shūsaku Endō ist ein zeitloses Meisterwerk, das weit über seinen spezifischen historischen und religiösen Kontext hinausgeht. Es ist eine tief bewegende Erkundung der menschlichen Verfassung im Angesicht extremen Drucks. Der Roman stellt keine einfachen Fragen und gibt keine tröstlichen Antworten. Seine Stärke liegt in seiner unerschrockenen Ehrlichkeit, mit der er die Abgründe von Zweifel, Leid und menschlicher Schwäche auslotet.

Die zentrale Frage – "Wie kann Gott schweigen?" – wird am Ende nicht beantwortet, sondern transformiert. Vielleicht, so legt Endō nahe, ist das Schweigen Gottes keine Abwesenheit, sondern eine andere Form der Gegenwart – eine stille, mitleidende Präsenz, die gerade in den Momenten tiefster Verlassenheit und größten Versagens spürbar wird.

DerRoman fordert heraus, provoziert und hinterlässt einen bleibenden Eindruck, lange nachdem die letzte Seite umgeblättert wurde. Seine Bedeutung wurde durch die Verfilmung von Masahiro Shinoda (1971) und insbesondere durch die lang erwartete Adaption von Martin Scorsese (2016) erneut unterstrichen, die das Werk einem neuen globalen Publikum zugänglich machte.

Schlüsselwörter:

  •        Chinmoku 
  •        Christenverfolgung in Japan 
  •        Jesuiten 
  •        Sebastião Rodrigues 
  •        Apostasie 
  •        Fumi-e (Tret-Bild) 
  •        Inkulturation 
  •        Theodizee 
  •        Leiden 
  •        Gnade 



Bewertung: ★★★★★ (5/5 Sterne) 

Die Geschichte der Christenverfolgung in Japan

Die Geschichte der Christenverfolgung in Japan ist vor allem durch eine Phase extremer Brutalität im 17. Jahrhundert geprägt, die zum jahrhundertelangen Überleben des „Katakomben-Christentums“ führte. Heute genießen Christen Religionsfreiheit, werden jedoch teilweise in einer säkularisierten Gesellschaft als moralisch unbedeutend wahrgenommen. 

Historische Verfolgung (16. & 17. Jahrhundert) 

Nachdem das Christentum ab 1549 durch Jesuiten wie Franz Xaver verbreitet worden war, sahen die Herrscher Japans (Shogunate) in der Religion eine Bedrohung für die politische Stabilität und den Einfluss ausländischer Mächte. 

Beginn der Repression: 

1597 wurden die 26 Märtyrer von Nagasaki gekreuzigt, um ein Exempel zu statuieren. 

Totale Verbote: 

1614 erließ das Tokugawa-Shogunat ein allgemeines Verbot. Wer sich weigerte abzuschwören, wurde gefoltert, gekreuzigt oder enthauptet. 

Der Shimabara-Aufstand (1637–1638): 

Ein von Christen angeführter Bauernaufstand wurde blutig niedergeschlagen; schätzungsweise 37.000 Menschen wurden hingerichtet. 


Prüfmethoden: 

Um Christen zu entlarven, mussten Bürger auf christliche Symbole (wie Bilder von Jesus oder Maria) treten, was als Fumie bekannt ist. 

Die „Verborgenen Christen“ (Kakure Kirishitan) 

Trotz der Verfolgung überlebte eine kleine Gruppe Gläubiger über 250 Jahre im Untergrund. Sie entwickelten Tarnrituale, wie die Verehrung von Marienfiguren in Gestalt buddhistischer Gottheiten (Maria-Kannon). Erst im 19. Jahrhundert, als Japan sich dem Westen öffnete, gaben sich diese Gruppen gegenüber französischen Priestern in Nagasaki zu erkennen. 

Heutige Situation 

Heute gibt es in Japan keine staatliche Christenverfolgung. Christen machen etwa 1 % bis 1,2 % der Bevölkerung aus. Dennoch gibt es kritische Stimmen zur aktuellen Lage: 

„Höfliche Verfolgung“: 

Der Erzbischof von Tokio, Kardinal Tarcisio Isao Kikuchi, spricht von einer Form der sozialen Marginalisierung, bei der die Religion in der Öffentlichkeit kaum noch als moralische Autorität wahrgenommen wird. 

 

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SILENCE

REGIE MARTIN SCORSESE | 2017

Bei den Oscars und Golden Globes, bis auf eine Oscar-Nominierung für die beste Kamera, übergangen, ist für viele Filmexperten SILENCE das Kinoereignis des Jahre 2017. Im Februar 2015 begannen in Taiwan die Dreharbeiten unter Martin Scorsese (Taxi Driver, Gangs of New York, Die letzte Versuchung Christi) mit Liam Neeson, Andrew Garfield und Adam Driver in den Hauptrollen. Scorsese erfüllte sich seinen Lebenstraum!

»Vor fast zwanzig Jahren nahm ich diesen Roman das erste Mal zur Hand. Seither habe ich ihn unzählige Male gelesen und bin nun dabei, ihn auf die Leinwand zu bringen.
Schweigen ist für mich eine Art Lebenselixier, das ich nur in sehr wenigen Kunstwerken gefunden habe.«

Martin Scorsese