Female Empowerment und Selbstbestimmung 

Nimm dir endlich, was dir zusteht - 

Saskia Schlemmer

Ein motivierendes, leicht verständliches Sachbuch mit vielen praktischen Impulsen für mehr Selbstbewusstsein und Unabhängigkeit. Es ist ein Plädoyer dafür, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen und sich die Rechte und den Respekt einzufordern, die einem zustehen – ohne sich dafür zu entschuldigen. 

Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 27.05 1026
Seitenzahl 250

Das Sachbuch wurde LiWe zur Rezension vom mosaik Verlag, München, zur Verfügung gestellt. 

Anwältin, Autorin, Aufklärerin.

Die Scheidungsanwältin steht für einen klaren Blick auf Gleichberechtigung und Female Empowerment. Ihre Botschaft: Frauen dürfen laut, stark und unabhängig sein – ob im Job, in Beziehungen oder allein. Schluss mit Nettsein, Selbstsabotage und falscher Bescheidenheit: Es ist Zeit, die eigene Stimme ernst zu nehmen und für die eigenen Rechte einzustehen. Die Bestsellerautorin und Lawfluencerin zeigt, wie wichtig es ist, Stärke und Selbstbestimmung zu leben – und macht genau das auch selbst vor.

Gemeinsam mit ihrer Familie lebt und arbeitet sie in der Nähe von Düsseldorf. 

LEKTÜRE NOTIZEN

horst g. flämig

Das im Mai 2026 veröffentlichte Sachbuch "Nimm dir endlich, was dir zusteht und hör auf, dich dafür zu entschuldigen" von Saskia Schlemmer positioniert sich klar im Diskurs des Female Empowerment. Die Autorin, bekannt durch ihre Tätigkeit als Scheidungsanwältin, nutzt ihre tiefgreifenden Einblicke in familiäre und finanzielle Konfliktdynamiken, um einen praxisorientierten Ratgeber vorzulegen. 

Das Buch versteht sich nicht als neutrale wissenschaftliche Abhandlung, sondern als ein bewusst parteiisches Plädoyer. Es zielt darauf ab, Frauen zu motivieren, tradierte Rollenbilder und gesellschaftliche Erwartungen kritisch zu hinterfragen und aktiv für ihre Rechte und Bedürfnisse einzutreten. 

Das Buch gliedert sich um mehrere zentrale Säulen, die interdependent sind und gemeinsam das Fundament für ein selbstbestimmtes Leben bilden sollen. 

Selbstwert und Selbstbewusstsein als Fundament 

Schlemmer postuliert, dass die Fähigkeit, eigene Interessen durchzusetzen, untrennbar mit einem stabilen Selbstwertgefühl und einem gesunden Selbstbewusstsein verbunden ist. 


Die Autorin argumentiert, dass internalisierte Schuldgefühle und Selbstzweifel oft das Ergebnis gesellschaftlicher Sozialisation sind, die Frauen historisch dazu erzogen hat, bescheiden und zurückhaltend zu sein. Das Buch zielt darauf ab, diese internalisierten Barrieren aufzubrechen, indem es die Leserinnen anleitet, ihr Verhalten zu reflektieren und negative Glaubenssätze aktiv zu dekonstruieren. 

Die gleichberechtigte Partnerschaft: Jenseits tradierter Rollenbilder 

Ein signifikanter Teil des Buches widmet sich der Gestaltung von Partnerschaften auf Augenhöhe. Schlemmer nutzt ihre Expertise aus dem Familien- und Scheidungsrecht, um aufzuzeigen, wie unausgesprochene Erwartungen und ungleiche Machtverhältnisse zu Konflikten führen. 

Zentrale Forderungen: 

  • Offene Kommunikation: Über Finanzen, Karriereplanung, Kindererziehung und die Verteilung von Sorge- und Hausarbeit. 
  • Transparenz: Insbesondere bei finanziellen Vereinbarungen und Vermögensaufbau innerhalb der Partnerschaft. 
  • Verantwortungsübernahme: Beide Partner tragen die gleiche Verantwortung für das Gelingen der Beziehung und das gemeinsame Leben. 


Finanzielle Unabhängigkeit als Schlüssel zur Freiheit 

Schlemmer identifiziert finanzielle Abhängigkeit als einen der größten Hebel zur Aufrechterhaltung ungleicher Machtverhältnisse. Sie argumentiert, dass ökonomische Eigenständigkeit keine Frage des Luxus, sondern eine der existenziellen Notwendigkeit und der persönlichen Würde ist. 

Praktische Handlungsempfehlungen: 

1. Finanzbildung: Eigenständiges Aneignen von Wissen über Geldanlage, Altersvorsorge und Vermögensaufbau. 

2. Berufliche Positionierung: Selbstbewusstes Verhandeln von Gehältern und Fordern von Beförderungen. 

3. Vermeidung von Abhängigkeitsfallen: Kritische Prüfung von Eheverträgen, Teilzeitmodellen und deren langfristigen Konsequenzen für die eigene Rente und Karriere. 

Dieses Thema knüpft direkt an aktuelle soziökonomische Debatten wie den „Gender Pay Gap“ und den „Gender Pension Gap“ an. Schlemmers Ansatz ist es, nicht nur die strukturellen Probleme zu benennen, sondern Frauen individuelle Werkzeuge an die Hand zu geben, um sich innerhalb dieser Strukturen bestmöglich zu positionieren. 

Die Kunst des Grenzen-Setzens (Boundary Setting) 

Ein wiederkehrendes Motiv ist die Notwendigkeit, klare persönliche, emotionale und berufliche Grenzen zu ziehen. Die Unfähigkeit, "Nein" zu sagen, wird als Symptom eines geringen Selbstwertgefühls und als Einladung zur Ausnutzung durch andere interpretiert. 

  • Grenzen definieren: Sich der eigenen Bedürfnisse, Werte und Belastungsgrenzen bewusst werden. 
  • Grenzen kommunizieren: Diese klar, respektvoll, aber unmissverständlich nach außen vertreten. 
  • Grenzen verteidigen: Konsequenzen ziehen, wenn Grenzen wiederholt missachtet werden. 


Die Autorin betont, dass das Setzen von Grenzen nicht egoistisch ist, sondern ein Akt der Selbstfürsorge und eine Voraussetzung für gesunde Beziehungen zu anderen. 

Schlemmers Schreibstil ist bewusst direkt, engagiert und leicht verständlich. Sie verzichtet auf einen akademischen Jargon und setzt stattdessen auf eine klare, ermutigende Sprache. Die methodische Stärke des Buches liegt in der Verknüpfung von theoretischen Konzepten mit Fallbeispielen aus der anwaltlichen Praxis. 

  • Vorteil der Praxisbeispiele: Die anonymisierten Fälle aus dem Familien- und Scheidungsrecht machen abstrakte Probleme wie finanzielle Abhängigkeit oder die Folgen fehlender Eheverträge greifbar und emotional nachvollziehbar. Sie dienen als warnende Beispiele, aber auch als Beleg dafür, dass die angesprochenen Probleme reale und weitreichende Konsequenzen haben. 
  • Didaktischer Ansatz: Das Buch funktioniert über Denkanstöße und Impulse zur Selbstreflexion. Es fordert die Leserin aktiv auf, die eigene Situation zu analysieren und die vorgestellten Strategien auf ihr Leben anzuwenden. 


Der Fokus liegt klar auf der persönlichen Motivation und praktischen Lebenshilfe – was dem erklärten Ziel des Buches als Ratgeber entspricht. 

Resümee

Mit „Nimm dir endlich, was dir zusteht“ legt Saskia Schlemmer einen motivierenden Ratgeber vor, der sich klar dem Female Empowerment verschreibt. Die Autorin schreibt direkt, verständlich und engagiert. Besonders überzeugend sind ihre praxisnahen Beispiele aus dem Familien- und Scheidungsrecht, die die theoretischen Aussagen greifbar machen. 

Stärken des Buches sind die klare Sprache, die ermutigende Grundhaltung und die vielen Denkanstöße zu Themen wie Rollenbildern, finanzieller Abhängigkeit und persönlicher Verantwortung. 

Leserinnen erhalten konkrete Impulse, um ihr Verhalten zu reflektieren und selbstbewusster aufzutreten. 

Kritisch betrachtet richtet sich das Buch vor allem an Frauen und vertritt eine deutlich empowernde Perspektive. Wer eine wissenschaftlich-neutrale Analyse gesellschaftlicher Strukturen erwartet, wird hier weniger fündig. Stattdessen steht die persönliche Motivation und praktische Lebenshilfe im Mittelpunkt. 

Insgesamt ist das Buch ein inspirierender Ratgeber für Frauen, die mehr Selbstbestimmung in Beruf, Beziehung und Alltag anstreben. Es verbindet persönliche Ermutigung mit alltagsnahen Handlungsempfehlungen und vermittelt die Botschaft, dass niemand sich dafür entschuldigen muss, die eigenen Rechte und Bedürfnisse ernst zu nehmen. 

Bewertung: 4 von 5 Sternen 

- und hör auf, dich dafür zu entschuldigen.